Wo unsere Bienen sammeln

Tracht im Olbe- und Bebertal südlich Haldensleben – zwischen Steinbruch, Barockgarten, Landschaftspark und Börde-Feldern.

Unsere Heimat: das Tal von Beber und Olbe

Hundisburg ist ein Ortsteil der Stadt Haldensleben im Landkreis Börde. Hier fließt die Olbe durch das Olbetal und mündet bei uns in die Beber; aus den Flechtinger Höhen kommt die Garbe dazu. Diese Täler sind unsere Schatzkammer: ein Mosaik aus feuchten Auenwiesen, Kalk-Trockenrasen, Laubwald und den fruchtbaren Feldern der Börde.

Honigbienen sammeln meist im Umkreis von ein bis drei Kilometern um ihren Stand, bei Bedarf auch bis etwa fünf. Fast alle Gebiete, die wir Ihnen hier vorstellen, liegen in diesem Radius – Sie finden sie auf der Karte wieder.

Der nördlichste Teil des Tals gehört zum EU-Schutzgebiet FFH „Olbe- und Bebertal südlich Haldensleben“ (rund 142 Hektar). Dass unsere Bienen in einem solchen Blütenreichtum leben, schmeckt man in jedem Glas.

Bienenstand von Mein Schwarm im Tal von Beber und Olbe in Hundisburg, umgeben von Wiesen und Feldern
Unser Bienenstand an der Steinbruchstraße – mittendrin in der Tracht.

Trachtkarte: unser Sammelgebiet

Der goldene Kreis zeigt den Flugradius von drei Kilometern um unseren Bienenstand. Entfernungen sind Luftlinien.

Detaillierte Trachtkarte um den Bienenstand in Hundisburg: Wald und Gehölz, Wiesen und Weiden, Streuobst, Parkanlagen, Ackerflur, Siedlungen sowie die Flüsse Beber, Olbe und Garbe mit ihren Mündungen, dazu NSG Wellenberge–Rüsterberg und die Flugradien 1 und 3 Kilometer
Kartengrundlagen: Wald, Wiesen, Gehölze, Gewässer u. a. nach © OpenStreetMap-Mitwirkende (ODbL) · Entfernungen grob, Luftlinie ab Steinbruchstraße · Stand Oktober 2026. So finden Sie uns →
Schloss Hundisburg über dem Tal von Beber und Olbe, gut 400 Meter vom Bienenstand entfernt
Schloss Hundisburg – vom Bienenstand in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar.

Direkt am Stand: Olbetal & Steinbruch (0–1 km)

An den Talhängen des Olbetsals wachsen artenreiche Kalk-Trockenrasen – rund neun Hektar, teils mit orchideenreichen Beständen. Typische Blütenpflanzen, die unsere Bienen von früh bis spät anfliegen:

Berglauch · Bologneser Glockenblume · Deutscher Alant · Katzenminze · Gewöhnliche Kuhschelle · Violette Königskerze · und die Bienen-Ragwurz – eine Orchidee, deren Blüte einer Biene ähnelt.

An sehr trockenen Stellen sitzen kleine Steppenrasen mit dem Frühlings-Adonisröschen, an einem Hang sogar eine kleine Heidefläche. Auf flachgründigem Gestein wachsen Steinquendel, Kelchsteinkraut und Hügel-Meier.

Das Tal ist auch Lebensraum für Fischotter und Kammmolch, und Anwohner haben hier schon den seltenen, farbenprächtigen Bienenfresser beobachtet.

Gleich um die Ecke (ca. 700 m): der alte Steinbruch Nordhusen mit der 17 m hohen romanischen Kirchenruine – Grauwacke aus dem Karbon, darüber Gletscherschrammen der Saalekaltzeit. Und die Räuberhöhle, ein alter Kupferbergbau-Stollen.

Schloss & Barockgarten (ca. 400 m)

Der Barockgarten von Schloss Hundisburg wurde ab 1699 angelegt und gehört zu den ältesten klassisch-französischen Gärten Deutschlands. Seit seiner Rekonstruktion ab 1991 beherbergt er eine Sammlung historischer Obstsorten aus der nördlichen Börde und der Altmark sowie eine Sammlung historischer Rosensorten. Für uns heißt das: im April und Mai ein Frühjahrs-Spaziergang durch Apfel-, Birnen- und Kirschblüte direkt vor der Haustür – und jedes Jahr im Oktober die Obsttage auf Schloss Hundisburg, bei denen wir mit unserem ganzen Angebot dabei sind.

Landschaftspark Althaldensleben–Hundisburg (ca. 1,4 km)

Der fast 100 Hektar große Landschaftspark im Tal der Beber wurde im 19. Jahrhundert von der Familie Nathusius angelegt und ist der drittgrößte seiner Art in Sachsen-Anhalt. Über 150 einheimische und fremdländische Gehölzarten sorgen für ein langes und vielfältiges Blühangebot. Für die Sommertracht am wichtigsten sind die Linden: Im Park stehen eine alte Silber-Linde und eine Sommer-Linde, und zum Schutzgebiet gehört außerdem eine alte Lindenallee zwischen Klausort und Althaldensleben – unsere Haupttracht im Hochsommer. Die Wiesen des Parks sind magere Flachland-Mähwiesen, wie sie für Bestäuber ideal sind.

Wellenberge–Rüsterberg bei Bebertal (ca. 3 km)

Am Rand unseres Sammelgebiets liegt das Naturschutzgebiet Wellenberge–Rüsterberg mit zwei Gesichtern: Der Wellenberg ist ein Hangwald aus Winterlinde, Feldulme und Eichen mit Berg- und Spitzahorn; in der Strauchschicht wachsen Hasel, Schwarzer Holunder und Weißdorn, im Frühjahr blühen Lerchensporn, Wald-Gelbstern, Hohe Schlüsselblume und Gelbes Windröschen. Der Rüsterberg trägt Trockenrasen mit Grasnelken, Kartäusernelke, Purpur-Königskerze und Frühlings-Adonisröschen.

Die Feldflur der Börde

Rund um Hundisburg hat der Löss fruchtbare Schwarzerden geformt – die Ackerflächen prägen unsere Tracht ebenso wie die Täler. Typisch sind Raps im Frühjahr sowie Zwischenfrüchte wie Phacelia; welche Kulturen genau um den Bienenstand stehen, wechselt von Jahr zu Jahr – das macht unseren Honig jedes Jahr ein Stück anders.

Historisch passend: Auf dem Hundisburger Gut wuchs früher Luzerne – eine gute Bienenpflanze. Und die Familie Nathusius betrieb im 19. Jahrhundert in Althaldensleben und Hundisburg Baumschulen mit zeitweise rund 540.000 Obstbäumen; Gottlob von Nathusius führte den Obstbau auf dem Hundisburger Gut mit rund 7.000 Bäumen wieder ein. Ohne diese Obstbautradition gäbe es unsere Obstblüte-Tracht und die Obsttage heute nicht.

Trachtkalender: wann blüht was?

Blühphasen im Umkreis unseres Bienenstandes – abgeleitet aus den dokumentierten Pflanzenarten; die tatsächliche Blühzeit hängt von Witterung und Jahr ab.
ZeitraumWas blühtBemerkung
VorfrühlingHasel, Weiden, Erlen an der Beberwichtige erste Pollenquellen
FrühjahrKuhschelle, Adonisröschen, Lerchensporn, SchlüsselblumeTrockenrasen und Hangwälder
April – MaiObstblüte, Weißdorn, ggf. RapsSchlossgarten, alte Obstbestände, Felder
FrühsommerHolunder, Rosen, Kräuter der TrockenrasenRosensammlung am Schloss
HochsommerLinden (Winter-, Sommer- und Silberlinde)Haupttracht im Park und an der Lindenallee
SommerGlockenblume, Königskerze, Katzenminze, AlantTrockenrasen im Olbetal
SpätsommerBerglauch, Heide, ZwischenfrüchteOlbetal und Felder

Honigbienen und Wildbienen – wie passt das zusammen?

Diese Frage erreicht uns oft. Hier unsere ehrliche Antwort – und was wir dafür tun.

Konkurrieren Honigbienen und Wildbienen um Nahrung?

Honigbienen sind hochmobile Generalisten: Sie sammeln in mehreren Kilometern Umkreis und fliegen besonders gern massenhaft blühende Kulturpflanzen wie Raps an. Die meisten der über 500 wildlebenden Bienenarten in Deutschland sind deutlich kürzer unterwegs – oft nur ein paar hundert Meter – und viele sind auf ganz bestimmte Wildpflanzen spezialisiert. Nahrungskonkurrenz wird deshalb vor allem dort zum Thema, wo auf kleiner Fläche wenig blüht oder sehr viele Bienenvölker gleichzeitig stehen.

Bei uns im Blütenreichtum des Ol- und Bebertals halten wir bewusst nur sechs Völker – im Verhältnis zum Trachtangebot und zum 142 Hektar großen FFH-Gebiet eine kleine Zahl. Ehrlich gesagt: Die Forschung streitet noch, wo genau die Grenze zwischen „verträglich“ und „kritisch“ liegt. Deshalb halten wir unsere Zahl niedrig, statt sie auszureizen.

Gehört die Honigbiene überhaupt in ein Naturschutzgebiet?

Ja. Die Honigbiene (Apis mellifera) ist in Mitteleuropa heimisch – im Ol- und Bebertal gab es sie schon immer, früher als Wildbiene in Baumhöhlen, später als Mitbewohnerin der Dörfer. Sie steht auf keiner Liste invasiver Arten, und für den Erhalt von Trockenrasen-Orchideen und Co. ist entscheidend, dass die Flächen gepflegt und nicht überdüngt werden – nicht die Anwesenheit weniger Bienenvölker.

Was tun Sie bei uns konkret für Wildbienen?

Weniger ist mehr: nur sechs Völker am Stand, damit wir den Wildbienen in ihrer kurzen Flugweite nicht die Blüten vor der Haustür wegnehmen.

Nistplätze: An unserem Bienenhaus hängen Nisthilfen aus Holz, Lehm und markhaltigen Stängeln – angenommen zum Beispiel von Gehörnter Mauerbiene und Rostroter Mauerbiene.

Spät und gestaffelt mähen: Wiesen und Säume rund um den Stand mähen wir bewusst spät und abschnittsweise, damit Blüten erst Samen ansetzen und bestäubende Insekten stets Ausweichflächen haben.

Nahrung und Trunk für alle: Unsere Obstbaumwiesen und eine flache Wassertränke am Stand gehören nicht nur den Honigbienen – sie sind auch Rastplatz für Wildbienen, Schwebfliegen und Libellen.

Wann blüht es rund um den Bienenstand?

Von Hasel und Weide im Vorfrühling über Obstblüte, Weißdorn und Raps im April und Mai, Trockenrasenkräuter und Holunder im Frühsommer bis zur Linde als Haupttracht im Hochsommer sowie Berglauch, Heide und Zwischenfrüchten im Spätsommer. Die Details zeigt unser Trachtkalender.

Unsere Honigsorten und ihre Tracht

Vom Lindenblatt bis zum Rapsfeld – jede Sorte gehört zu einem Ort auf der Karte.

Raps-Blütenhonig

Aus den Rapsfeldern der Börde-Feldflur, April bis Mai.

Linden-Blatthonig

Von Silber- und Sommerlinden im Landschaftspark und an der alten Lindenallee – Haupttracht im Hochsommer.

Weißdorn-Blütenhonig

Aus den Weißdornhecken an den Talhängen rund um Hundisburg, Mai.

Sommer-Blütenhonig

Die bunte Mischung aus Trockenrasen, Aue und Zwischenfrüchten im Tal von Beber und Olbe.

Löwenzahn-Frühlingshonig

Die erste Tracht des Jahres auf Wiesen und an Wegrändern.

Robinien-Blütenhonig

Von Robinien an Waldrändern – besonders hell und lange flüssig.

Zu unserem Honigangebot

Überzeugen Sie sich vor Ort

Kommen Sie zum Bienenstand – vielleicht sehen Sie unsere Völker sogar einfliegen. Die Kasse des Vertrauens hat täglich offen, solange es hell ist.

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